Gütersloh (din). Der im Mai neu konstituierte Personalrat der Sparkasse Gütersloh begrüßt die Wahl des Haller Sparkassen-Direktors Jörg Hoffend (50) zum Vorstandsvorsitzenden des heimischen Geldinstituts. Er setzt sich zudem für die Wiederwahl von Hans-Hermann-Kirschner (51) in den Vorstand ein.
„Wir sind froh, dass Jörg Hoffend die Aufgabe übernommen hat und wir freuen uns auf eine kooperative Zusammenarbeit“, sagte der Personalratsvorsitzende Heinz Schlüter (56) am Mittwoch der „Glocke“. Hoffend kenne den Kreis Gütersloh und wisse, wie die Ostwestfalen dächten und handelten.
Am Montag hatte der Verwaltungsrat bekannt gegeben, dass der zweite Mann aus Halle spätestens bis zum Jahresende die Leitung der größeren Sparkasse Gütersloh übernehmen soll. Der Vertrag des Vorstandssprechers Eckhard Heitlage (60) läuft Ende Dezember aus. Hoffend ist verantwortlich für die Bereiche Organisation, Personal sowie das Risikomanagement.
In der Sitzung des Verwaltungsrats am 8. Februar war auch der zweite Vorstand Hans-Hermann Kirschner (50) mangels Mehrheit nicht wiedergewählt worden. Galt sein Ausscheiden bisher als sicher, mehren sich die Stimmen, diese Entscheidung zu korrigieren.
„Wir haben uns sehr intensiv mit der Personalie auseinandergesetzt“, sagte Schlüter der „Glocke“. Der Personalrat hat neun Mitglieder und zwei Vertreter. „Zehn von elf haben sich für Kirschner ausgesprochen“, sagte der Vorsitzende. Der Personalrat bilde die gesamte Breite der 370 Köpfe starken Belegschaft auf Stabsebene und in den Filialen ab. Gerade im Marktbereich könne keiner so richtig verstehen, was am 8. Februar passiert sei.
Damals hatte dem Vernehmen nach das Votum der Mitarbeitervertreter im Personalrat dazu geführt, dass nicht nur ein, sondern beiden Vorstände gehen mussten. Der Personalrat wisse zwar, dass er in dieser Personalie kein Mitbestimmungsrecht habe. „Wir haben über viele Jahre vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet und Leistungen erzielt, die sich sehen lassen können. Für die Vertriebserfolge der wirtschaftlich gut dastehenden Sparkasse sei Kirschner maßgeblich verantwortlich. Er stehe außerdem für Kontinuität.
Der Verwaltungsrat hatte am Montag angekündigt, er werde sich nun um das zweite Vorstandsmitglied kümmern. „Es liegen Bewerbungen vor, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, sagte der Vorsitzende Rudolf Bolte der „Glocke“. Eine Entscheidung werde es voraussichtlich im August geben. Ausschlusskriterien, die gegen eine erneute Bewerbung Kirschners sprächen, gebe es nicht.
Kirschner, der zurzeit einen Kurzurlaub auf Sylt verbringt, äußerte sich auf Anfrage zurückhaltend: „Wenn sich eine Mehrheit im Verwaltungsrat findet, bin ich bereit, das Amt wieder zu übernehmen.“ Er kenne Jörg Hoffend seit vielen Jahren könne sich gut vorstellen, mit ihm zusammenzuarbeiten.