Die Glocke online
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Sat, 05 Jul 2008 16:05:02 GMT
Kreis Gütersloh: Mit westfälischer Bodenhaftung über Pariser Laufstege
Kreis Gütersloh (upk). Groß ist er und sehr schlank, hat einen dichten blonden Haarschopf und ein offenes sympathisches Gesicht: Mathis Appelbaum gehört damit genau zu dem Typ Männer, die auf den Laufstegen der internationalen Herrenmodeschauen gefragt sind. Vor zwei Jahren, als der damals 17-Jährige mit Freunden bei einem Rockfestival am Nürburgring war, hat ihn die Chefin einer Kölner Model-Agentur angesprochen und ihm ihre Visitenkarte in die Hand gedrückt. Der Versmolder war schon verblüfft, hat dann aber nur kurz überlegt und angerufen. Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
 
Schon vier Wochen nach dem ersten Casting-Termin in Köln, wo Fotos geschossen und die genauen Maße genommen wurden, hatte Mathis seinen ersten Auftritt auf dem Laufsteg – in Paris. Knapp eine Woche war er da und hat damals noch nicht viel von der Weltstadt gesehen. „Ich war einfach noch zu unselbstständig und wahnsinnig aufgeregt“, erinnert er sich und hat das Sightseeing-Programm bei seinem nächsten Besuch nachgeholt.

 Mittlerweile ist der junge Mann schon achtmal in Paris („Das ist immer eine Reise wert“) und viermal in Mailand gewesen, hat in London und Barcelona Mode von Raf Simons über Cerruti bis Prada präsentiert. Hinzu kommen die vielen Fotos in (meist) auslän-dischen Magazinen, auf denen er exklusive Kleidung trägt. Das teuerste Stück, das er bisher vorgeführt hat, war ein brauner „Turtelneck-Jumper“ von Gucci, der im Laden etwa 6000 Euro kostet. „Privat würde ich mir so ein Stück nie kaufen“, betont Mathis, dem seine „Loxtener Bodenständigkeit“ wichtig ist.

 Ein spezielles Laufstegtraining à la Bruce Darnell, wie es die Zuschauer von der TV-Show „Germany’s next Topmodel“ kennen, hat es für Appelbaum nicht gegeben: „Da ist keine besondere Technik gefordert“, sagt er und bewegt sich ganz natür-lich und – je nach Outfit – auch mal lässig. Auch ein besonderes Fitnesstraining ist nicht angesagt: „Wer zu athletisch ist, passt nicht in die Anzüge rein“, weiß der 1,85 Meter-Mann und beschränkt sich darauf, bei seinem Verein, den Sportfreunden Loxten, Handball zu spielen. Darüber hinaus verstärkt er als Hornist das CJD-Orchester.

 Am liebsten zeigt der 19-Jährige körperbetonte Kleidungsstücke und Anzüge der Marke Simons. Die Mode des Belgiers hat es ihm angetan. „Seine Kollektion ist vom Prestige her die schönste Schau und immer für eine Überraschung gut“, schwärmt er. Mathis selbst hat einen Sommeranzug von Armand Basi im Kleiderschrank. Ein Geschenk, das er im Juni zum ersten Mal getragen hat – bei seiner Abiturfeier.

 Mathis Appelbaum hat über zwei Jahre gut organisieren müs-sen. „Mein Job musste stets mit dem Schulunterricht vereinbar sein“, erklärt er und weiß, dass eine professionelle Model-Karriere („Mit 25 Jahren ist man zu alt“) für ihn nicht in Frage kommt. Dazu ist er viel zu realistisch. Sein Abitur am CJD-Gymnasium hat er mit Bravour und einem Notendurchschnitt von 1,8 bestanden. Die nächste Station heißt „Zivildienst“ bei der örtlichen Diakonie. Zuvor will Appelbaum allerdings Modeyl-Job und Ferien miteinander verbinden. Deshalb reist er im August für vier Wochen nach Tokio. Später ist ein Studium mit mathematisch-technischem Schwerpunkt geplant.
Fri, 04 Jul 2008 17:07:34 +0200
Rheda-Wiedenbrück: Radtourismus fördern
Rheda-Wiedenbrück (vw). Der Radtourismus in Rheda-Wiedenbrück macht immer mehr Arbeit. Aber das ist so gewollt. Die Flora Westfalica GmbH hat sich die Förderung dieser „zweirädrigen“ Sparte des Fremdenverkehrs, die immer mehr Anhänger findet, auf die Fahnen geschrieben. Die Tourismus-Beauftragte der Flora-GmbH, Heidi Kellermann, und ihr Kollege, Gartenbauingenieur Klaus Geppert, haben kürzlich den Bau-, Planungs-, Umwelt- und Verkehrausschuss von der Notwendigkeit überzeugt, dafür auch mehr Geld auszugeben.

75.000 Euro hat jüngst der Rat der Stadt bereits bewilligt für die Instandsetzung des Rad- und Fußwegenetzes im Bereich des Flora-Westfalica-Parks. Doch das NRW-Radwegesystem und sieben überregionale Themenradrouten durchqueren das gesamte Stadtgebiet. Für deren Instandhaltung und Verbesserung soll es noch einmal jährlich 25.000 Euro geben. Der Stadtrat wird den Punkt nach der Sommerpause auf der Tagesordnung haben und entscheiden.

„Die Umgebung in und um Rheda-Wiedenbrück herum ist nahezu ideal für Rad-Aktivitäten“, sagt Heidi Kellermann. Mit der Anzahl von sieben Themenrouten für Radtouristen in ihren Grenzen ist die Doppelstadt führend im Kreis Gütersloh. In allen sieben Routen-Arbeitskreisen wirkt die Flora-Frau mit. Darüber hinaus gibt es seit 1994 neun örtliche Rad- und Wanderwege. Das alles will in Schuss gehalten werden. Der Flora Westfalica GmbH stehen dafür bislang 5000 Euro Jahresetat zur Verfügung. Aber das Geld fließt zu 100 Prozent in Werbemaßnahmen, um das touristische Radwegeangebot unter die Leute zu bringen. Fazit: „Es bleiben für die Pflege, Wartung und Beschilderung der Wege keine Mittel übrig.“ Das sollte sich demnächst ändern.

Für die Flora Westfalica GmbH ist das Potenzial Rheda-Wiedenbrücks, sich als Radtourismus-Stadt zu präsentieren, noch lange nicht ausgeschöpft. Bereits als gut wird das Beherbungsangebot für Radfahrer angesehen. Die Stadt weise  – zusammen mit Höxter – die höchste Anzahl an „Bett and Bike“-Betrieben in ganz Ostwestfalen aus. Es sind sechs: Romantik-Hotel Ratskeller, Landgasthaus Albermann, Hotel Reuter, Hotel am Doktorplatz, Hotel Zur Wartburg und Hotel Rhedaer Hof.

Die sieben überregionalen Themenradrouten, die durch Rheda-Wiedenbrück führen:
– Europaradweg R 1
– Werse-Radweg
– Landesgartenschau-Route
– Wellness-Radroute
– Radroute der historischen Stadtkerne
– Emsradweg
– Bahnradroute Hellweg-Weser

Die neun örtlichen Radrouten in der Stadt:
– Landgemeinde St. Vit (12 Kilometer, Radwanderweg A1)
– Hambusch im Stadtteil Rheda (6 km, RW A 2)
– Bauerschaft Nordrheda-Ems (15,3 km, RW A 3)
– Nordosten der Stadt (13,5 km, RW A 4)
– Stadtholz im Ortsteil Wiedenbrück (4 km, RW A 5)
– Ortsteile Lintel und Wiedenbrück (12 km, RW A 6)
– Südostteil  der  Stadt  und Bokeler Dorfheide (30 km, Radweg 7)
– Geweckenhorst, St. Vit, Röckinghausen, Flora Westfalica (19 km, R 8)
– Stadtrand von Rheda-Wiedenbrück (37 km, R 22)
Fri, 04 Jul 2008 15:12:00 +0200
Gütersloh: Stadt der Stifter und Schenker
Von unserem Redaktionsmitglied
DORIS PIEPER
 
Gütersloh (gl). Was wäre Gütersloh ohne seine Stiftungen und Schenkungen? Sicherlich um Etliches ärmer. Die Stadtgeschichte müsste ohne altes Rathaus und erstes Krankenhaus auskommen, die Gegenwart ohne wegweisende Bildungs-, Integrations- und Umweltprojekte, ohne Evangelisch-Stiftisches Gymnasium, Ferienspiele, Stadtpark oder Parkbad. Und vieles, was an sozialen Hilfen geleistet wird, wäre ohne das mehr oder minder stille bürgerliche Engagement, das immerhin Millionen fließen lässt, nicht möglich. Gütersloh, die Stadt der Stifter und Schenker.
 
Unter diesem griffigen Slogan hält das Thema nun Einzug ins Stadtmuseum. Auch das übrgiens eine Einrichtung, die auf der 1982 gemachten großzügigen Grundstücks- und Häuserschenkung von Dr. Wilhelm Angenete basiert. 30 aktive gemeinnützige und zehn ehemalige Stiftungen werden seit Donnerstag in einer dank der Bertelsmann Stiftung neu eingerichteten Medienecke benannt. Dr. Ulrike Naim zeichnet für die Konzeption verantwortlich.

 Basierend auf dem 1991 erschienenen Buch von Dr. Hans Hilbk über Gütersloher Stiftungen werden auf einer Fotowand mit entsprechenden Textklappen zunächst jene vorgestellt, die sichtbare Spuren in der Stadt hinterlassen haben. Die St.-Pankratius-Kirche gehört ebenso dazu wie das Hallenbad an der Herzebrocker Straße, das Leichtathletikzentrum Nord oder die Stadtbibliothek. Aber auch an die Kultur des „geheimen Schenkens“ wird erinnert: Ohne Kurt-Christian Zinkann gäbe es keine Orgel in der Stadthalle und keinen Brunnen vor der Martin-Luther-Kirche.
 Die neueren zukunftsträchtigen Stiftungen von Bertelsmann, den Familien Mohn, Miele, Renate Gehring oder Osthushenrich werden in kurzen, von Sven Horsmann gedrehten Filmen porträtiert. Per Touchscreen sind bis dato acht Streifen abrufbar. Ein Modul, so Dr. Naim, das aber jederzeit erweitert werden könne. Denn eine Stadt mit einer solch vorbildlichen Stifter-Tradition seit 1850 werde wohl auch künftig auf bürgerschaftliches Engagement setzen können. Nicht von ungefähr sei jede Stiftung letztlich auch ein Bekenntnis zu Gütersloh, Beleg der tiefen Verwurzelung, die selbst Globalyplayer wie Bertelsmann oder Miele mit ihrer Heimatstadt hätten.

Beweggründe dafür mag es viele geben. Dr. Hilbk sprach schon in seinem Buch von der „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“. Museumsleiter Dr. Rolf Westheider nannte zur Eröffnung der neuen, zehn Quadratmeter umfassenden Themenecke den schönen Satz „Geld mit Geist zur Wohltat verwandeln“ als Initialzündung. Renate Horsmann, als Vorsitzende des Heimatvereins Gastgeberin für die interessierte Besucherschar am Donnerstagabend zitierte Wilhelm Angenete: „. . . auf dass Zeugnis abgelegt werden möge vom Gemeinsinn, der stets in dieser Stadt zuhause war und als eine der wesentlichen Grundlagen des Zusammenlebens auch heute noch seine Bedeutung hat.“
 
Das Bild zeigt Dr. Hans Hilbk im Gespräch mit Dr. Ulrike Naim von der Bertelsmann Stiftung im neu eingerichteten Bereich des Gütersloher Stadtmuseums.
Fri, 04 Jul 2008 12:13:58 +0200
Rheda-Wiedenbrück: Aqua-Cycling im Freibad Wiedenbrück
Rheda-Wiedenbrück (kaw). „Links, rechts, links, rechts“, spornt Siggi Brinkmann die Gruppe an, den Berg am Lago Maggiore hinaufzustrampeln. Die Radler ziehen motiviert mit, drücken die Pedale kräftig ins Wasser und genießen das kühle Nass, das dabei ihre Beine umspült. Gerne tauchen sie im Wiedenbrücker Freibad mit der Kursusleiterin, auch „Cycle Instructor“ genannt, zum Feierabend in eine sonnige Urlaubsphantasie ein.
 
Aqua-Cycling, also Radfahren im Wasser, heißt das neue spritzige Angebot, das der Förderverein Freibad Wiedenbrück für die Badegäste bereithält. Am Mittwochabend haben die ersten zwei Gruppen das Sportvergnügen ausprobiert, das zunächst ungewohnt anmutet und die Aufmerksamkeit vieler Schwimmer auf sich zieht. „Platsch und Plopp“ – die erste der insgesamt acht Tretmaschinen mit Edelstahlrahmen sinkt auf den Grund des eigens abgegrenzten Nichtschwimmerbereichs. Noch etwas rangieren, und das knapp 20 Kilogramm schwere Gefährt ist im Wasser leicht an seinen Platz gerückt.

„Das ist erst der Einstieg“, erläutert am Beckenrand stehend Doris Fischer, Geschäftsführerin des Fördervereins, dass der Verein die Geräte zunächst nur für einen Monat geleast hat. Sollte das Angebot gut ankommen, müssten Sponsoren gesucht werden. Rund 1500 Euro wären für die Anschaffung eines Aqua-Bikes zu berappen.
 
Interessenten, die sich für einen der Aqua-Cycling-Kurse anmelden wollen, die im Juli angeboten werden, können sich an das Freibad in Wedenbrück wenden, Tel. 05242/550746.
Thu, 03 Jul 2008 17:22:00 +0200
Herzebrock-Clarholz: Brand verursacht 100.000 Euro Schaden
Von unserem Redaktionsmitglied
BETTINA REINHARDT
 
Herzebrock-Clarholz (gl). 100.000 Euro Schaden sind nach Schätzung der Polizei am Donnerstagmorgen bei einem Brand auf dem Betriebsgelände einer Metallschleiferei und Poliererei an der Samtholzstraße entstanden. Verletzt wurde niemand.
 
Um 5.09 Uhr bemerkte ein vorbeifahrender Lastwagenfahrer starke Qualmentwicklung an der Außenseite einer Produktionshalle an der Samtholzstraße und alarmierte die Feuerwehr. Dort befindet sich das Betriebsgelände einer Metallschleiferei und Poliererei, in der die Bearbeitung von Beschlagteilen vorgenommen wird. Der Brand hat sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei durch Erhitzung und entstehende Glutnester in der Absauganlage im Außenbereich der zirka 10 mal 40 Meter großen Halle entwickelt, so dass der dort liegende Metallstaub Feuer fing.
 
Die Feuerwehr Herzebrock-Clarholz mit den Löschzügen aus Clarholz, Quenhorn, Herzebrock und Möhler rückte mit 90 Aktiven, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und 18 Fahrzeugen an. Die Feuerwehr aus Rheda-Wiedenbrück half mit einem Drehleiterwagen, die Feuerwehr Gütersloh mit einem speziellen Löschmittel gegen Metallbrand. „Die Schwierigkeit ist, dass man Metallbrände nicht mit Wasser löschen kann, sondern nur mit Metallbrandpulver oder alternativ mit Zement“, erläuterte der Herzebrock-Clarholzer Wehrführer Hermann Reckordt. Mit Wasser sei lediglich zunächst gekühlt und der Umgebungsbrand gelöscht worden. Nach dem Öffnen der Absauganlage wurde kein Wasser mehr eingesetzt.

Nach gut zwei Stunden gelang es der Feuerwehr, den Brand einzudämmen und letztlich abzulöschen. Für die Zeit der Löschmaßnahmen waren die Straßen rund um das Betriebsgelände voll gesperrt. Umleitungen wurden eingerichtet. Die Fabrikationshalle wurde an den Außenwänden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Produktion innerhalb der Halle blieb durch den Brand aber nicht beeinträchtigt.
Thu, 03 Jul 2008 17:13:00 +0200
Gütersloh: Paketservice extra für Miele-Mitarbeiter
Von unserem Redaktionsmitglied
REGINA BOJAK
Gütersloh (gl). Der Klappentext des neuen Brunetti-Krimis der im Internetshop vorgestellt wird, klingt höchst verlockend. Die Leinenbluse, die eine Modefirma im Katalog anbietet, würde wunderbar zum Jeansrock passen – und dabei ist sie so günstig. Nur wo soll der Bote die Pakete abgeben? Für Miele-Mitarbeiter ist das Problem, sich Pakete zustellen zu lassen, auch wenn niemand zuhause ist, jetzt gelöst. Ab sofort können kleine und große Sendungen direkt aufs Miele-Gelände geliefert werden.
 
Die Firma DHL hat neben dem Ersatzteilverkauf an der Carl-Miele-Straße 29 eine so genannte Packstation aufgestellt. Als „Immer-offen-Paketschalter“ preist das Tochterunternehmen der Deutschen Post seinen Kundendienst an. „Das Angebot ist für alle Beteiligten sinnvoll“, sagt Hermann Schimpf, Leiter der Kundendienstvermarktung. „Unsere Mitarbeiter können ihre Pakete abholen und verschicken, auch wenn der Postschalter schon geschlossen hat. DHL geht davon aus, dass dadurch mehr Pakete versendet werden.“ Und Miele hat die Möglichkeit, die Fächer mit Zubehör und Ersatzteilen zu füllen. „Als besonderen Service bieten wir als erstes Unternehmen in Deutschland zusätzlich die Funktion einer verlängerten Ladentheke an“, erklärt Schimpf.
 
Insgesamt gibt es bisher 800 DHL-Stationen. Außer den Werkangehörigen haben auch Techniker und Händler außerhalb der Miele-Öffnungszeiten sieben Tage in der Woche rund um die Uhr die Möglichkeit, Teile abzuholen – ohne dass Portokosten entstehen.
Eine ganze Spülmaschine passt zwar nicht in die Boxen, eine Bodenbürste oder ein kleiner Staubsauger finden dort schon Platz. Und auch das Geburtstagsgeschenk für die Tante kann vom Miele-Werksgelände auf die Reise geschickt werden. „Sogar um einen Euro günstiger als am Postschalter“, betont Schimpf. Mit der EC-Karte oder der Geldkarte können an der Station die notwendigen Wertmarken gekauft werden. Auch die Nachnahme kann so bezahlt werden.

Wie intensiv die Miele-Mitarbeiter das neue Angebot nutzen, kann Hermann Schimpf noch nicht genau sagen. „Wir starten erst die Probephase“, sagt er. Die Werksferien dauern noch bis zum 21. Juli. Erst dann wird sich zeigen, wie viele Interessenten sich per Internet registrieren und ihre Kundenkarte mit Pin-Nummer anfordern. Die ist nämlich nötig, um den Paketschalter nutzen zu können. Schimpf geht davon aus, dass ein Drittel der rund 5000 Beschäftigten in Gütersloh bald eines der gelben Fächer öffnet.
 
Bild: Demonstriert die Vorteile der neuen DHL-Packstation: Miele-Auszubildende Margarethe Babik.
Thu, 03 Jul 2008 17:11:17 +0200
Kreis Gütersloh: Sir Elton John lässt bitten
Von unserem Redaktionsmitglied
DORIS PIEPER
 
Halle (gl). Violett das Rüschenhemd, golden die Schuhe, schwarz die Hose, bunt bestickt der Cut, Sonnenbrille auf der Knollennase, „Brillie“ im Ohr und ein schelmisches Lächeln im Knopfloch: So macht sich Sir Elton John die Bühne im fast 40 Grad heißen Gerry-Weber-Stadion untertan, kaum, das er sie betreten hat. Und während die 7500 sommerlich-leicht bekleideten Fans schon beim Zuhören ordentlich ins Schwitzen geraten, rockt der Star am Mittwochabend zweieinhalb pausenlose Stunden lang mit virtuosen Tastengriffen Piano und Hallenrund. Willkommen beim „Rocket Man“.

 Natürlich ist er einer der ganz Großen im Showgeschäft, Superstar mit 44 Alben und 640 Millionen verkauften Tonträgern, Oscar-gekrönt, Grammy-, Tony- und Brit-Award-verwöhnt. Aber auch nach 40-jähriger Karriere mit allen Aufs und Abs wirkt der 61-jährige Elton John nicht müde. Im Gegenteil, schon nach zwei Liedern steht er in Siegerpose auf dem Klavier, wohl wissend, das Show zum Geschäft gehört. Die Fans jubeln – brav von ihren Sitzplätzen aus. Sie sind mit ihm in die Jahre gekommen, genießen kultivierter als früher zunächst die Songs vom 2006 erschienenen Album „The Captain And The Kid“, die der Brite in angenehm jazzigen Variationen serviert. Begleitet wird er von einer fünfköpfigen Band, zu der nach wie vor seine langjährigen Weggefährten und Background-Sänger Nigel Olson am Schlagzeug und Davey Johnstone an der Gitarre gehören. Aber alle – Publikum wie Musiker – scheinen nur darauf zu warten, dass endlich der Startschuss fällt für jene Hits, die Elton John zur Rock- und Pop-Ikone werden ließen.
Und dann kommen sie endlich: „I Guess That’s Why They Call It the Blues“, „Sacrifice“, „Sorry Seems To Be The Hardest Word“ oder „ Don’t Let The Sun Go Down On Me“. Evergreens wie Perlen an einer Schnur, die Song-Texter Bernie Taupin aus der Feder geflossen sind, und die Elton John mal in lakonischem Blues, mal in balladeskem Rock gefasst hat. Musik, die so smart am Piano gespielt, in jede gediegene Bar hineingehört und gleichzeitig für eine tausendfache Zuhörerschaft passend gemacht wird. Ein Phänomen, das schließlich doch noch von den Stühlen reißt. Hingebungsvoll wiegt sich die Menge im Takt „Candle In The Wind“, royale Hommage an Prinzessin Diana, frenetisch gefeiert wird „The Crocodile Rock“.

Wie sagte Elton John kürzlich in einem Interview? „So lange ich Spaß habe und die Leidenschaft, mich immer wieder zu verbessern, so lange werde ich da rausgehen und weitermachen.“ Da dürfte sein am Ende in Halle gegebenes „I’m Still Standing“ wohl als Versprechen zu verstehen sein.
Thu, 03 Jul 2008 11:16:32 +0200
Gütersloh: Personalrat will Sparkassen-Vorstand halten
Gütersloh (din). Der im Mai neu konstituierte Personalrat der Sparkasse Gütersloh begrüßt die Wahl des Haller Sparkassen-Direktors Jörg Hoffend (50) zum Vorstandsvorsitzenden des heimischen Geldinstituts. Er setzt sich zudem für die Wiederwahl von Hans-Hermann-Kirschner (51) in den Vorstand ein.
 
„Wir sind froh, dass Jörg Hoffend die Aufgabe übernommen hat und wir freuen uns auf eine kooperative Zusammenarbeit“, sagte der Personalratsvorsitzende Heinz Schlüter (56) am Mittwoch der „Glocke“. Hoffend kenne den Kreis Gütersloh und wisse, wie die Ostwestfalen dächten und handelten.

Am Montag hatte der Verwaltungsrat bekannt gegeben, dass der zweite Mann aus Halle spätestens bis zum Jahresende die Leitung der größeren Sparkasse Gütersloh übernehmen soll. Der Vertrag des Vorstandssprechers Eckhard Heitlage (60) läuft Ende Dezember aus. Hoffend ist verantwortlich für die Bereiche Organisation, Personal sowie das Risikomanagement.
In der Sitzung des Verwaltungsrats am 8. Februar war auch der zweite Vorstand Hans-Hermann Kirschner (50) mangels Mehrheit nicht wiedergewählt worden. Galt sein Ausscheiden bisher als sicher, mehren sich die Stimmen, diese Entscheidung zu korrigieren.

„Wir haben uns sehr intensiv mit der Personalie auseinandergesetzt“, sagte Schlüter der „Glocke“. Der Personalrat hat neun Mitglieder und zwei Vertreter. „Zehn von elf haben sich für Kirschner ausgesprochen“, sagte der Vorsitzende. Der Personalrat bilde die gesamte Breite der 370 Köpfe starken Belegschaft auf Stabsebene und in den Filialen ab. Gerade im Marktbereich könne keiner so richtig verstehen, was am 8. Februar passiert sei.

Damals hatte dem Vernehmen nach das Votum der Mitarbeitervertreter im Personalrat dazu geführt, dass nicht nur ein, sondern beiden Vorstände gehen mussten. Der Personalrat wisse zwar, dass er in dieser Personalie kein Mitbestimmungsrecht habe. „Wir haben über viele Jahre vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet und Leistungen erzielt, die sich sehen lassen können. Für die Vertriebserfolge der wirtschaftlich gut dastehenden Sparkasse sei Kirschner maßgeblich verantwortlich. Er stehe außerdem für Kontinuität.

Der Verwaltungsrat hatte am Montag angekündigt, er werde sich nun um das zweite Vorstandsmitglied kümmern. „Es liegen Bewerbungen vor, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, sagte der Vorsitzende Rudolf Bolte der „Glocke“. Eine Entscheidung werde es voraussichtlich im August geben. Ausschlusskriterien, die gegen eine erneute Bewerbung Kirschners sprächen, gebe es nicht.

Kirschner, der zurzeit einen Kurzurlaub auf Sylt verbringt, äußerte sich auf Anfrage zurückhaltend: „Wenn sich eine Mehrheit im Verwaltungsrat findet, bin ich bereit, das Amt wieder zu übernehmen.“ Er kenne Jörg Hoffend seit vielen Jahren könne sich gut vorstellen, mit ihm zusammenzuarbeiten.
 
Wed, 02 Jul 2008 17:14:24 +0200
Rheda-Wiedenbrück: Elternschule wird geplant
Rheda-Wiedenbrück (gl). Ein neues Informationsangebot für Eltern in Rheda-Wiedenbrück planen das Familienzentrum, die Bürgerstiftung und die Regionalstelle Süd des Kreises Gütersloh. Jetzt haben sich rund 30 fachkundige Akteure getroffen, die ab dem kommenden Herbst ihre Kurse und Veranstaltungen für alle Eltern öffnen und gemeinsam bekannt machen wollen.

„Kinder brauchen liebevolle, selbstbewusste, kompetente Eltern, um sich selbst zu liebevollen, selbstbewussten, kompetenten Menschen entwickeln zu können. Eltern brauchen Zuversicht, Glauben an die eigenen Fähigkeiten und manchmal Unterstützung“, erläutert Birgit Kaupmann, Leiterin des Familienzentrums und mit der Koordination der neuen Elternschule betraut, den Bedarf. An Angeboten mangelt es offenbar nicht, aber, so meint die Fachfrau: „Viele Anbieter stellen Informationsangebote für Eltern in Rheda-Wiedenbrück auf unterschiedlichste Art und Weise bereit, die oftmals jedoch nicht über die einzelne Institution hinaus bekannt sind. So geht vieles verloren, und das wollen wir jetzt ändern.“ Die Elternschule Rheda-Wiedenbrück wird daher ab diesem Oktober die vorhandenen Angebote der Eltern- und Familienbildung bündeln und durch besondere Themen erweitern.

Durch die gemeinsame Veröffentlichung sollen die Informationsmöglichkeiten für Väter und Mütter noch bekannter gemacht und der Zugang zu den Kursen und Veranstaltungen erleichtert werden.
„Wir freuen uns besonders, dass so viele Anbieter den Bedarf für die Elternschule und eine Chance für die eigene Arbeit sehen“, meint Bettina Windau von der Bürgerstiftung. „Es ist sehr erfreulich, dass zum Wohl der Eltern und der Kinder alle an einem Strang ziehen und dass Tagesstätten, Schulen, die VHS und die Verantwortlichen bei der Stadt für die Idee gewonnen werden konnten.“ 
Wed, 02 Jul 2008 16:05:53 +0200
Rietberg: 34 Bokeler gründen neuen Heimatverein
Von unserem Redaktionsmitglied
NIMO GRUJIC
 
Rietberg-Bokel (gl). Lange wurde das Vorhaben geplant, am Montagabend haben 34 Bokeler Ernst gemacht: Im Pfarrzentrum St. Anna wurde der Heimatverein Bokel aus der Taufe gehoben. Zur Vorsitzenden des neuen Vereins wurde einstimmig Realschullehrerin Marlies Küthe gewählt.
Der gemeinnützige Verein hat sich die Pflege des heimatkundlichen, kulturellen und kommunalen Lebens in dem Rietberger Stadtteil auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen das vorhandene Material, das uns Aufschluss über die Vergangenheit unseres Ortsteils gibt, sichten und auswerten“, erläutert Marlies Küthe die anstehenden Aufgaben. „Genauso werden wir aber auch selbst aktiv werden und recherchieren, in dem wir beispielsweise mit Zeitzeugen sprechen.“ Vor allem die Geschichte der oft Jahrhunderte alten Bauernhöfe sei interessant. „Aber auch die Entstehung unseres Dorfkerns, der vor allem in den letzten 50 Jahren eine rasante Entwicklung genommen hat, wollen wir für die Nachwelt dokumentieren.“
Fotos, Luftaufnahmen, alte Bücher und sonstige Aufzeichnungen seien hilfreich, um irgendwann ein stimmiges Gesamtbild der Bokeler Dorfgeschichte zu bekommen, sagt Vorsitzende Marlies Küthe.„Wir sind bei unserer Arbeit in jedem Fall auf die tatkräftige Unterstützung der Bevölkerung angewiesen.“ Die Pflege der plattdeutschen Sprache ist ein weiteres Anliegen des neu gegründeten Heimatvereins.
Aber die Gemeinschaft will sich nicht nur mit der Dokumentation der Vergangenheit zufrieden geben. Auch bei anstehenden Maßnahmen zur Dorfverschönerung könne sich der Verein einbringen, wie Ortsvorsteher Ulrich Martinschledde während der Gründungsversammlung am Montagabend erläuterte. Ein erstes Projekt könnte die seit längerem geplante Neugestaltung des Dorfplatzes zwischen St.-Anna-Kirche und Pfarrzentrum sein. „Wenn wir im nächsten Frühling mit den Bauarbeiten beginnen wollen, wird es höchste Zeit, dass wir uns ein Konzept für die Umgestaltung überlegen und bei der Stadt die notwendigen Anträge stellen“, so Martinschledde. „Eine baldige Renovierung würde dem Dorfmittelpunkt gut zu Gesicht stehen.“
Dass die Bokeler so oft es geht selbst das Heft in die Hand nehmen, habe eine lange Tradition, unterstrich der Ortsvorsteher. „Eigeninitiative wird bei uns seit jeher groß geschrieben.“ Martinschledde erinnerte in diesem Zusammenhang an den Bau des Emswanderwegs, der von Rietberg bis zur Flammenmühle führt und sich inzwischen großer Beliebtheit erfreut.
Zugleich trat Ulrich Martinschledde Befürchtungen entgegen, der Heimatverein sei eine Konkurrenz für die übrigen Gruppierungen im Dorf. „Wir verstehen uns vielmehr als Ergänzung.“ Der Heimatverein werde ganz gezielt die Aufgabenbereiche abdecken, um die sich die bereits bestehenden Vereine nicht kümmern könnten, weil sie andere Prioritäten setzen müssen.
Zum geschäftsführenden Vorstand des Heimatvereins Bokel gehören neben der ersten Vorsitzenden Marlies Küthe ihr Stellvertreter Andreas Terhechte, Kassiererin Nicole Spexard und Schriftführerin Beate Peitz. Als Beisitzer fungieren in den kommenden drei Jahren Wigbert Frese, Hermann Döinghaus, Ralf Seifert, Winfried Ademmer und Frank Spexard. Alle Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimmen von der Versammlung gewählt. Zu Kassenprüfern wurden Josef Bresser und Patrick Bücker bestimmt.
Um die Vereinsarbeit auf ein möglichst breites Fundament zu stellen, wollen die 34 Gründungsmitglieder weitere Mitstreiter werben. Wer sich für eine Mitgliedschaft im Heimatverein zum Jahresbeitrag von zwölf Euro interessiert, kann sich an Vorsitzende Marlies Küthe unter Telefon 05244/77558 wenden.
Unser Bild zeigt von links: Winfried Ademmer, Nicole Spexard, Ralf Seifert, Andreas Terhechte, Vorsitzende Marlies Küthe, Patrick Bücker, Beate Peitz, Frank Spexard, Wigbert Frese und Hermann Döinghaus sowie Ortsvorsteher Ulrich Martinschledde.
Tue, 01 Jul 2008 18:01:32 +0200
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